Abfallverbrennungsanlagen am Limit

Der Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. (VBS) sieht den bayerischen Entsorgungsmarkt auf eine schwierige Entsorgungssituation zusteuern: Die zu verwertenden Mengen steigen stetig, so dass die bestehenden Kapazitäten unter Druck stehen. Aktuell ist die Situation dadurch brisant, dass mehrere Anlagen, darunter der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf, zeitgleich keine Gewerbeabfälle mehr annehmen.

Das anhaltende Wirtschaftswachstum führe, so der VBS, zu jährlichen Steigerungsraten beim Gewerbe- und Hausmüll von zwei bis drei Prozent. Von den deutschen Müllverbrennungsanlagen (MVA) würden insgesamt auf Basis langfristiger Verträge jährlich über eine Million Tonnen Abfälle aus dem EU-Ausland importiert. Verschärfend wirke die neue Düngeverordnung: Zwei Drittel der landwirtschaftlichen Verwertungsflächen stünden hierdurch der Klärschlammverwertung nicht mehr zur Verfügung, was zusätzliche Mengen für die MVA bedeutet. Der anhaltende Trend zu Einwegprodukten und schlecht recycelbaren Konsumartikeln führe zu höheren Restmengen aus der Sortierung.

Gleichzeitig stünden die bestehenden Verwertungskapazitäten unter Druck: Die bayerischen MVAs seien bedingt durch ihr hohes Durchschnittsalter von längeren Stillstandszeiten zur Revision bzw. Reparatur betroffen. Zudem würden durch die MVA kommunale Siedlungsabfälle vorrangig verbrannt, während für gewerbliche Abfälle Kapazitäten fehlen.

Bau- und Abbruchunternehmen müssen sich darauf einstellen, dass es immer schwieriger wird, Bauabfälle und gewerbliche Abfälle zur energetischen Entsorgung (Verbrennung) zu entsorgen und die Kosten schnell steigen.